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Clemens Schnitzler – Auf den Kapverden

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Auf den Kapverden

Der diesjährige „Winterurlaub” sollte uns auf die Insel Sal zugehörig zum Archipel der Kapverdischen Inseln führen. Mit TUI flogen wir am Montag, 21. Januar 2008 von Frankfurt nach Amílcar Cabral International Airport auf der größten Insel der Kapverden.

Die Kapverdischen Inseln, auch Kapverden genannt liegen etwa 570 Kilometer vor der afrikanischen Westküste. Als Teil von Makronesien bilden sie seit 1975 die unabhängige Inselrepublik Kap Verde. Die größte Insel der Kapverden ist mit der Inselhauptstadt Espargos, bei der auch der Flughafen liegt, die Insel Sal. Vom Flughafen hatte wir noch den Transfer nach Santa Maria in unser RIU Hotel zu bewältigen bevor wir unseren ersten Strandspaziergang machten konnten.

Sal ist eine sehr karge Insel mit einer durchaus sehr reizvollen Landschaft welche wir auch unabhängig von den Angeboten des Reiseveranstalters erkundet haben. So erkundeten wir Santa Maria und das nähere Umfeld um das Hotel. Wir waren erschrocken, dass der durchaus rege Tourismus anscheinend in keiner Weise als nachhaltig zu bezeichnen ist. Den Mitarbeitern des Hotels wurden beim verlassen der Hotelanlage die Taschen durchsucht, die Hotelzugänge wurden von Sicherheitskräften bewacht. In der Stadt boten sich junge Männer feil. Es gab in der Stadt wohl kein fliessendes Wasser, die Einwohner holten sich täglich ihr Wasser an einer Wasserstelle ab. Die Einwohner wohnten teilweise in erbärmlichen Holzverschlägen, welche von weitem einfach nur wie „Müllkippen” aussahen. Die Bewohner hatten abends bzw. nachts keinen Strom, aber in der Hotelanlage wummerte in 3 Discos nachts die Musik aus den Boxen. Dies machte uns doch sehr nachdenklich.

Auf einer Inselrundfahrt erlebten wir eine Situation, welche hier bei uns einen Aufschrei der Eltern und riesige gesellschaftliche Diskussionen auslösen würde. Man hielt vor einer Schule und die reisenden bekamen die Möglichkeit während des Unterrichts einen Klassenraum mit den Schülerinnen und Schülern zu besichtigen. Dies hat uns schockiert. Genauso unverständlich war für uns, das Touristen so wenig die fremde Natur zu schützen in der Lage sind. Neben unserem Hotel waren natürliche Dünen, da durfte man durch spazieren. Allerdings war das befahren dieser Dünen verboten, weil diese Dünen von Meeresschildkröten zur Eiablage benutzt werden. Es gab in der Nähe Quadverleihe. Die Touristen heizten also mit Quad auf die Dünen, kreuz und quer ohne Rücksichtnahme. Natürlich, sie bekamen die Quad ausgeliehen und keiner kontrollierte dort so richtig das Geschehen. Bei den ärmlichen Verhältnissen der Einwohner ist das aber auch nicht verwunderlich, so daß ich dafür eigentlich nur den Tourismus verwantwortlichen machen kann.

Trotz allem hat es uns auf der Insel gefallen, letztendlich haben wir uns aber entschieden an einem solchen Tourismus, der nur auf Ausbeutung der Natur und fremder Kulturen sowie Diskriminierung von Menschen fusst nicht mehr teilhaben zu wollen.